HSG Siebengebirge

Nach 60 intensiven Minuten konnte sich Kreisliga-Mannschaft von Coach Dennis Weber mit einem 23:22 Sieg über die Ziellinie retten.

Am siebten Spieltag der Kreisliga BN/EU/SU verschlug es die Mannen aus dem Siebengebirge am bereits gewohnten Sonntagabend in den weit entfernten Erholungsort Bad Münstereifel. Der Gegner sah sich vor Saisonbeginn neben dem HSV Troisdorf als großer Favorit auf den Aufstieg in die Landesliga. Sechs Spieltage später scheint das Ziel bei sieben Punkten Rückstand auf die Spitze bereits aus den Augen verloren. Dennoch wartete eine wurfgewaltige und körperlich starke Mannschaft auf die HSG Truppe, die sich im Laufe des Spiels auch dementsprechend als „harte Nuss“ erweisen sollte.
HSG-Trainer Weber konnte eine schlagkräftige Truppe auf die Platte stellen, die hervorragend in das Spiel startete. Lediglich sechseinhalb Minuten brauchte es, bis der Gast auf 5:0 stellte. Im Angriff legte Tobias Steimel im Rückraum der HSG einen Traumstart hin und erzielte schnelle erste drei Treffer. Die gewohnt kompakte Abwehr überzeugte mit Stabilität und gekonntem Zusammenspiel mit dem Torwart. Nach der ersten Viertelstunde war beim Spielstand von 8:2 die höchste Führung des Spiels bereits erreicht.
Anschließend fand die Heimmannschaft besser ins Spiel. Während in der Offensive zunehmend die Ideen fehlten und auch der Torwart des TVE langsam auf Betriebstemperatur kam, schmolz der Vorsprung der HSG durch drei Tore des brandgefährlichen Rückraumrechten des TVE, Simon Wilms, auf 9:5.
Nachfolgend egalisierten sich die Mannschaften auf der Anzeigetafel bis zur Halbzeit. Auf dem Feld hingegen wurde es zunehmend hitziger und die Stimmung war aufgeladen. Trauriger Höhepunkt dieser Phase war ein Foul an Tobias Steimel, dem bei einer Durchbruchaktion der Arm nach hinten gerissen wurde. Dies führte leider zu einer schwereren Verletzung und einem Ausfall auf unbestimmte Zeit. An dieser Stelle wünschen die Grün-Blauen ihrem Rückraum-Akteur gute Besserung! Beim Spielstand von 13:8 für die HSG kam der Halbzeitpfiff dementsprechend zur richtigen Zeit, um die hitzigen Gemüter der Teams ein wenig abzukühlen.

Durch den Ausfall von Tobias Steimel schmolz die von vornherein schmale Besetzung des Rückraums weiter. Dem Gegner gelangen nun aufgrund fehlender Kreativität und Durchschlagskraft der HSG regelmäßig „Stopps“, die durch schnelles Umschalten zum eigenen Torerfolg führten. Das Spielglück schien sich in dieser Phase auch der Heimmannschaft zuzuwenden: so rutschten hinten ein, zwei Bälle unglücklich ins eigene HSG-Netz, während ein eigenes erzieltes Tor nicht den Weg auf den Spielbericht fand.
Die logische Konsequenz folgte mit dem Ausgleichstreffer des TVE zum 15:15 nach 42 Minuten. Der Trainer reagierte und wechselte den Torwart. So kam Niklas Steimel zu seinem diesjährigen Debüt bei der Dritten Herrenmannschaft der Siebengebirgler. In dieser Phase bekam man den bereits erwähnten Simon Wilms nicht mehr in den Griff. Er feuerte aus allen Rohren und war dabei meist erfolgreich. Nur noch selten bekam die Abwehr den nötigen Zugriff auf die Angriffsaktionen des Gegners. Dieser, motiviert durch die zahlreichen Zuschauer und die erfolgreiche Aufholjagd, wollte die Führung nun erzwingen. Die dabei entstehende Hektik konnte die HSG mit kühlem Kopf kontern und durch zwei schnelle Gegenstoß-Tore wieder auf drei Tore davonziehen (18:15, 46.). Vor allem der eingewechselte Mario Niedecken konnte in dieser Phase mit drei wichtigen Toren von Linksaußen einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Teams leisten.
Die letzte Viertelstunde wurde anschließend zur Zitterpartie. Es war offensichtlich, dass beide Mannschaften einige Körner im Laufe der Partie gelassen hatten. Die Rückraumspieler hatten sich lange Zeit aufgerieben, sodass vorne nun die letzte Spritzigkeit fehlte, um den gegnerischen Innenblock mit einem starken Torwart dahinter zu gefährden. Dass es schlussendlich zum Sieg reichte, war einem cleveren Schachzug des Trainers zu verdanken.
Mit Patrick Plonka stellte der Coach den eigentlichen Abwehrchef vorne an den Kreis. Dieser konnte einige Lücken reißen und auch selber zwei Mal erfolgreich abschließen. Ehrlicherweise muss man gestehen, dass in dieser Phase auch das Spielglück auf Seiten der HSG war. So fiel der ein oder andere Abpraller genau in die richtigen Hände. Darüber hinaus konnte sich Niclas Steimel mehrfach auszeichnen.
So schafften es die Bad Müstereifler über die letzte Viertelstunde hinweg nicht mehr, näher als zwei Tore heranzukommen. Das letzte Tor der HSG erzielte Sebastian Bohrenfeld vier Minuten vor dem Ende (23:20). Mittels guter Abwehrarbeit und langen ausgespielten Angriffen gelang dem Gegner schlussendlich nur noch Ergebniskosmetik mit dem Anschlusstreffer Sekunden vor dem Schluss zum 23:22 Endstand aus Sicht der Königswinterer Handballer.

Die Erleichterung war nach dem Spiel spürbar, schlug man doch einen starken Kontrahenten in eigener Halle. Eine gute Mannschaftsleistung brachte somit den vierten Sieg in Folge. Nach sieben Spieltagen kann man ein durchweg positives Zwischenfazit ziehen. Mit sechs Siegen aus sieben Spielen liegt man aktuell auf Platz drei der Tabelle. Der Schlüssel was bisher sicher die kompakte Defensive und die daraus resultierenden Umschaltmomente. In der Offensive gibt es sicher noch Potential nach oben, hier wird der Ausfall von Tobias Steimel zu kompensieren sein.
In der kommenden Woche spielt die HSG Mannschaft am Sonntag um 18 Uhr auf dem heimischen Sonnenhügel gegen die Mannschaft des TuS Chlodwig Zülpich. Die gegnerische Mannschaft befindet sich mit zwei Siegen auf der Habenseite aktuell im Mittelfeld der Liga.

Es spielten und trafen: Steimel N., Hecken; Steimel T. 6/1, Grunwald N. 4, Niedecken 3, Schuster 3, Bohrenfeld 3, Stollfuss 2, Plonka 2.  Boland, Reifer, Reintgen, Wald, Grunwald F.

 

HSG olé