HSG Siebengebirge

Ein intensives Spiel am Sonntagabend endet für die Landesliga-Herren der Grün-Blauen mit einem 21:21 gegen die Reserve des ASV Schwarz-Rot Aachen.

HSG2021 Herren 3 SR Aachen

Auch einige Tage nach dem Landesliga-Spiel gegen die bis dato ebenfalls ungeschlagene Mannschaft aus Aachen wussten die Spieler der HSG nicht so recht, welches Gefühl überwiegen würde: Hatte man nun einen Punkt verloren oder einen Punkt gewonnen? Die Wahrheit liegt wohl in der „Mitte“. Diesem „Gefühlschaos“ gingen 60 äußerst intensive Minuten voraus, in denen beiden Mannschaften mit großem Einsatzwillen überzeugten. Zusätzlich heizte die überragende Unterstützung der Zuschauer in der Halle die Stimmung zusätzlich an. An dieser Stelle möchte sich die HSG-Mannschaft gerne für die sensationelle Unterstützung bedanken. Bereits die zweite Woche in Folge waren die Tribünen am Sonntagabend für Corona-Verhältnisse üppig gefüllt.

Das Spiel begann ganz nach dem Geschmack von HSG-Trainer Dennis Weber. Gleich in den ersten Minuten konnte seine Mannschaft eine stabile Abwehr etablieren. Gleichzeitig liefen die ersten Angriffsbemühungen flüssig und man konnte sich nach acht Minuten beim Stand von 4:1 leicht absetzen. Der Gegner aus der Kaiserstadt unterbrach das Spiel mit einer ersten Auszeit. Diese verfehlte ihre Wirkung nicht, der Angriffsmotor der HSG stotterte nun zunehmend und auch der Angriff der Aachener führte nun vermehrt zum Torerfolg. So glichen die Schwarz-Roten beim Spielstand von 6:6 nach 18 Minuten aus. Der Gegner schien von der Kompaktheit und Härte der HSG-Abwehr überrascht. Oft wurde das Spiel unterbrochen und auch die Schiedsrichter zogen früh die Option der Zeitstrafe. Dennoch gelang es, sich nun nach und nach in Richtung Halbzeit abzusetzen. Wiederum zeigte Niklas Steimel im HSG-Tor eine überzeugende Leistung, die dem Gegner lediglich zwei weitere Tore bis zur Halbzeit erlaubten. Zu einer ersten einschneidenden Situation der Partie kam es dann in Minute 28, als Nils Grunwald beim Siebenmeterwurf das Gesicht des Aachener Keepers unglücklich traf und folglich mit der Roten Karte vom Feld gestellt wurde. So musste die HSG in Halbzeit Zwei ohne dessen Impulse auf der Mitte sowie als Säule der Defensive auskommen. Beim Stand von 11:8 für die Grün-Blauen wurden die Seiten gewechselt.

Die Siebengebirgler kamen fokussiert und zielstrebig aus der Kabine. Die Abwehr war schnell wieder auf dem gewohnt stabilen Level. Im insgesamt sehr engen Spielverlauf zweier starker Teams waren die ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff eine entscheidende Phase – denn der HSG passierten nun zu viele Fehler. Denn mehrfach scheiterten die Aachener beim Versuch, ein Tor zu erzielen, was die HSG aber kaum ausnutzen konnte. Das Umschaltspiel, das in dieser Phase erstmal wirklich umgesetzt werden konnte, führte zwar zu zahlreichen klaren Möglichkeiten, die allerdings nur spärlich genutzt wurden. So mussten sich die Hausherren bei der 14:10 Führung nach 40 Minuten regelrecht ärgern, nicht schon für eine klarere Vorentscheidung gesorgt zu haben.

Stattdessen kamen die Kaiserstädter wieder zurück in die Partie. Dies lag aber weniger an den Aktionen der Gäste selbst, sondern mehr an der fehlenden Disziplin der Siebengebirgler. In Minute 45 musste auch Patrick Plonka nach einem Foul und der folgerichtigen Roten Karte das Spiel frühzeitig beenden. Damit fehlte ein weiterer Abwehrspezialist auf Seiten der HSG. In dieser Phase rückten dann die Schiedsrichter, für die sich die Partie auch als große Herausforderung herausstellte, durch mehrere Entscheidungen endgültig in den Vordergrund: Zeitweise stand die HSG mit lediglich drei Spielern auf dem Feld und in Summe spielte man über sieben Minuten zwischen der 45. und 55. Minute in Unterzahl. So konnte Aachen den Spielstand nicht nur leichter wieder ausgleichen, sondern in der 53. Minute erstmals in Führung gehen (19:18). In der Schlussphase war es ein Spiel der Nerven und Kraftreserven. Der HSG gelang nochmals die Führung zum 21:20, der letzte Treffer blieb aber dem Gegner zum 21:21 vorbehalten. So trennten sich am Ende zwei Mannschaften, die mit starker Abwehrarbeit zu überzeugen wussten.

Nach dem Abpfiff wusste im Lager der Grün-Blauen zunächst niemand, ob man sich nun freuen oder ärgern sollte. Betrachtet man den Spielverlauf, verlor die HSG zwei zentrale Spieler durch Rote Karten, spielte gegen Ende lange in Unterzahl und konnte dennoch durch großen Kampfgeist einen Punkt sichern. Andererseits wurden zahlreiche gute Gelegenheiten ausgelassen, das Spiel frühzeitig zu entscheiden.

HSG-Trainer Dennis Weber war dennoch zufrieden: „Dies waren sehr intensive 60 Minuten. Durch die Roten Karten haben wir zeitweise unseren Rhythmus verloren, dennoch hat die Mannschaft durchweg durch Kampf und Willen überzeugt und so auch mehr als verdient einen Punkt geholt. Agiert die Mannschaft stets in dieser Form als Team, bin ich sicher, dass wir noch viele Punkte holen werden.“

Somit hat der Landesliga-Aufsteiger nach drei Spieltagen einen Saisonstart mit 5:1 Punkten vorzuweisen, weiterhin ist man ungeschlagen. Dass man sich doch über den eher „verlorenen Punkt“ ärgert, zeugt von der hohen Motivation der Mannschaft, in der Landesliga frühzeitig den Klassenerhalt sichern zu wollen. Am kommenden Samstag geht es, sofern es die Corona-Einschränkungen zulassen, mit einem Gastspiel beim TV Bergneustadt weiter.

Es spielen und trafen: Niklas Steimel, Michael Hecken (beide Tor); Tim Boland 5, Philipp Brüssler 4, Nils Grunwald 4/1, Patrick Plonka 3, Philipp Mertens 2, Felix Steinhauer 1, Nico Meurer 1, Florian Schuster 1, Matthias Reintgen, Max Meurer, Torben Wirtz, Sebastian Bohrenfeld